3.000er im Wipptal – 3 Gipfeltipps

Wer einen Berg über 3.000 m besteigen will, der überschreitet eine fast schon magische Grenze zwischen normaler Bergtour und ganz großer alpinen Unternehmung. Wir haben drei imposante Gipfel ausgewählt, wo du dich Schritt für Schritt an die Höhe herantasten kannst: Kleiner Kaserer, Habicht und Olperer. Drei Gipfel - drei Charaktere - drei Wege zu deinem einzigartigen Bergerlebnis!

Im Wipptal gibt es zahlreiche Dreitausender. Drei davon davon sind der Kleine Kaserer, der Habicht und der Olperer. Jeder dieser Berge hat einen eigenen Charakter – vom nur stellenweise ausgesetzten Aufstieg mit Etappenziel über eine lange, aussichtsreiche Bergtour mit Hüttenübernachtung bis zur anspruchsvollen Hochtour mit Bergführer. Zusammen ergeben sie keinen Wettlauf und kein Ranking, sondern einen Weg, sich Schritt für Schritt an die Höhe heranzutasten – mit dem Respekt, den diese Berge verdienen.

Wer sich das erste Mal über die 3.000-Meter-Grenze wagt, sollte das nicht unterschätzen. Gute Vorbereitung, ein realistischer Blick auf die eigene Kondition und Trittsicherheit sowie ein Plan B gehören genauso dazu wie die Vorfreude auf den Gipfel.

Wegverlauf auf den Kaserer im Bergsteigerdorf Schmirn | © Thomas Senfter

Kleiner Kaserer – der Einstieg

Höhe: 3.090 m
Ausgangspunkt: Kasern im Bergsteigerdorf Schmirn
Charakter: Lange hochalpine Bergtour (1.500 Hm) mit im Gipfelbereich steilen, schottrigen Steigspuren. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind Voraussetzung für diese Tour.
Bergführer: Wer sich im steilen, schottrigen Gelände unwohl fühlt, sollte sich für einen Bergführer entscheiden.
Gletscherkontakt: nein

Der Kleine Kaserer hat im Vergleich zu vielen anderen 3.000er-Touren eher geringe Schwierigkeiten, aber einen stolzen Aufstieg von 1.500 Hm. Auf halbem Weg liegt mit der Frauenwand ein Zwischenziel – wer die Tour dort abbricht, steht trotzdem auf einem Gipfel. Das nimmt dem Abbruch den Schrecken und macht die Entscheidung, umzukehren, leichter, falls Wetter, Kondition oder Tagesform nicht mitspielen.
Nach der Tour: Einkehr im Alpengasthof Kasern – die verdiente Rast nach dem ersten Dreitausender.

Eine genaue Beschreibung der Tour mit Erfahrungsbericht von Daniel Kubera (Rauf & Davon) kannst du auf seiner Webseite lesen: Mehr erfahren

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© Jannis Braun

Habicht – der Klassiker

Höhe: 3.277 m
Ausgangspunkt: Innsbrucker Hütte (Zustieg von Gschnitz)
Charakter: Lange, aussichtsreiche alpine Bergtour über Blockgelände und drahtseilversicherte Passagen, ein kurzes Firnfeld
Bergführer: nicht zwingend erforderlich, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind Voraussetzungen für diese Tour
Gletscherkontakt: kein eigentlicher Gletscher, nur ein kurzes Firnfeld speziell zu Saisonsanfang

Der Habicht verlangt keine Gletscherausrüstung, dafür Ausdauer, sicheren Tritt und Schwindelfreiheit über weite, drahtseilversicherte Strecken. Die Übernachtung auf der Innsbrucker Hütte gehört zur Tour dazu und macht aus dem Aufstieg ein zweitägiges Erlebnis mit Weitblick bis zu den Dolomiten und zum Wetterstein.Zu Saisonbeginn kann ein Schneefeld im Gipfelbereich das Tragen von Grödeln oder Steigeisen erfordern. Aktuelle Informationen zu den Verhältnissen erhält man auf der Innsbrucker Hütte.

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Bergsteiger am Gipflel des Olperer im Tiroler Wipptal | © TVB Wipptal | Thomas Senfter

Olperer – die Hochtour mit Bergführer

Höhe: 3.476 m
Ausgangspunkt: Geraer Hütte (Zustieg von Vals)
Charakter: Hochtour über Gletscher und Felsgrat, Schwierigkeitsgrad 2+ im Fels, bis 40° im Eis
Bergführer: empfohlen
Gletscherkontakt: ja

Der Olperer ist der nächste Schritt – und ein deutlich größerer. Die Tour beginnt mit dem Aufstieg zur Geraer Hütte von Vals. Von der Hütte über die Moräne, den Gletscher und zum Einstieg des Felsgrates, dann in festem Fels über den Nordgrat zum Gipfel. Diese Tour verlangt Erfahrung im hochalpinen Gelände beim Sichern mit Seil. Wer hier ansetzt, betritt echtes Hochtourengelände.

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Unser Tipp: Dein Dreitausender-Aufenthalt im Wipptal

Die drei Gipfel lassen sich zu einem eigenen Bergurlaub verbinden – kein Wettlauf gegen die Zeit, sondern ein Aufenthalt, der dich Schritt für Schritt an die Höhe heranführt.

Ein möglicher Rahmen für 5-6 Tage:

  • Tag 1: Anreise, Ankommen im Tal, leichte Akklimatisierungswanderung - hier geht's zum Tourenplaner
  • Tag 2: Bewährte Ausrüstung testen, Vorbereitung – Magnesium, viel trinken, früh schlafen
  • Tag 3: Kleiner Kaserer, dein erster Dreitausender. Danach Einkehr im Alpengasthof Kasern
  • Tag 4: Ruhetag im Tal, Beine hochlegen, Genuss statt Programm
  • Tag 5-6: Habicht über Innsbrucker Hütte oder Olperer über Geraer Hütte – je nach Kondition und Wetterfenster (Bergführer empfohlen)


Dieser Rahmen ist ein Vorschlag, kein starres Programm. Wetter, Kondition und Tagesform entscheiden am Berg – nicht der Kalender.

Häufige Fragen zum ersten 3.000er im Wipptal

  1. Für wen eignet sich "Mein erster 3.000er"? Für alle, die Bergerfahrung mitbringen und sich an ihren ersten Dreitausender herantasten wollen – vom konditionsstarken Wanderer bis zum ambitionierten Alpinisten. Die drei Touren unterscheiden sich deutlich in Anspruch und Ausrüstung, daher lohnt sich vorab ein ehrlicher Blick auf die eigene Erfahrung und Kondition.
  2. Brauche ich einen Bergführer? Das hängt vom Gipfel ab. Beim Kleinen Kaserer und beim Habicht reichen Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Erfahrung im alpinen Gelände, ein Bergführer ist hier nicht zwingend nötig. Der Olperer dagegen führt über Gletscher und Felsgrat und sollte mit Bergführer bestiegen werden.
  3. Gibt es Bergführer im Wipptal? Ja, im Wipptal sind lokale Bergführer buchbar, die geführte Hochtouren auf Olperer, Habicht, Kleinen Kaserer und weitere Gipfel der Region anbieten – von der Tourenplanung bis zur Sicherung am Berg. Bergführer im Wipptal finden
  4. Welche Ausrüstung brauche ich für den ersten Dreitausender? Neben bewährter, bereits eingetragener Bergausrüstung gehören ein Biwaksack, ausreichend Verpflegung und – je nach Tour – Gletscherausrüstung oder Helm dazu. Wichtiger als jedes Ausrüstungsdetail ist die Regel: nichts zum ersten Mal am Berg testen, sondern am Vortag oder auf einer kleineren Tour einspielen.
  5. Was, wenn ich die Tour abbrechen muss? Ein Abbruch gehört zur Bergerfahrung dazu und ist kein Scheitern. Beim Kleinen Kaserer liegt mit der Frauenwand ein Zwischenziel auf halbem Weg – so bleibt auch bei einem Abbruch ein tolles Gipfelerlebnis. Ein früher Start, realistisches Zeitmanagement und ein bewusst langsames Anfangstempo helfen, gar nicht erst in diese Lage zu kommen.
  6. Kann ich die Touren auch alleine machen? Kleiner Kaserer und Habicht sind für erfahrene, trittsichere und schwindelfreie Alleingeher machbar. Beim Olperer ist ein Bergführer aufgrund der Gletscher- und Felskletterpassagen empfohlen.

Dein Urlaub im Wipptal